

valia ? (aus eme Buchtitel)
En Beispiel aus de Palz: Dir zu, Wirtin ferkelt sich .
Beispiele aus em Hunsrück:
schdehd, wemma, kuafte, woarem
Die wenigen Beispiele genügen, um zu erkennen, dass es keine Rechtschreibregeln für die Mundart gibt und der Versuch, lautgetreu zu schreiben, an der zu geringen Anzahl der verfügbaren Zeichen scheitern muss.
Wer käme darauf, dass "valia" ín der hochdeutschen Übertragung "verlerne" heißen soll?
Das Beispiel aus der Pfalz ist die höfliche Aufforderung, die Tür geschlossen zu halten, damit die Wirtin sich nicht erkältet.
"schdehd" darf man ruhig als "steht" schreiben, und doch kann es beim Lesen mundartlich artikuliert werden.
"wemma" kann doppeldeutig sein, sowohl "wenn man" als auch "wenn wir" heißen.
"kuafte" ist nur aus dem Kontext als "durfte" zu erschließen, ebenso "waorem", das sowohl "warum" als auch "war ihm" bedeuten kann.
Anfang der 90er Jahre wurde beim Landschaftsverband Rheinland die "Rheinische Documenta" entwickelt, die mit vielen Zusatzzeichen die Artikulation darzustellen versucht. Leider ist diese Schrift für Normalverbraucher fast noch schwerer zu entziffern als die Lautmalerei mit unseren 26 Zeichen.
Für mich selbst habe ich den Weg der Analogie zu den Duden-Regeln gefunden, um die Möglichkeit zu geben, die Texte beim Lesen in die eigene Ortsmundart zu übertragen. Trotzdem bekomme ich Rückmeldungen von Lesern, wie schwer das Lesen falle.
Fazit: Mundart war, ist und soll auch bleiben eine gesprochene Sprache. Mundartschrifttum kann das unterstützen, doch keinesfalls ersetzen. Doch die modernen Medien helfen uns ja, die Mundart in ihrem originären Klang festzuhalten.
Wie schön wäre es, besäßen wir Tonaufnahmen von Rottmann ...
Darum muss es heute heißen: Platt schreiwe? Jo, bestimmt. Awer dann aach mit dem Ton debei.
(Mit der digitalen Kamera ist das jedermann und jederzeit möglich. Und die Enkel können doch damit umgehen ...)