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Is Mundart de Wert?

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Mundart ist Kulturgut

Die Mundarten sind älter als die Standardsprache, die wir gemeinhin als "hochdeutsch" bezeichnen. Sie haben sich regional unterschiedlich entwickelt, so dass die Herkunft von Menschen anhand ihrer Sprache verortet werden kann. Zudem gibt die Sprache Auskunft über die historisch gewachsenen Eigenarten der Menschen in ihrer Landschaft. Nicht nur die Bauten der Menschen sind bewahrenswertes Kulturgut, auch die Sprache erfährt inzwischen Würdigung als immaterielles Kulturgut (UN-Konvention)



Der Hunsrück ist nicht menschenleer

Vielleicht noch nicht, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre pessimistisch in die Zukunft projiziert.
Doch ist es gerade der einst als "preußisches bzw badisches Sibirien" verschriene Hunsrück, der dank Edgar Reitz dem lange verfemten Begriff Heimat neuen Inhalt, neuen Wert verliehen hat.
In seinem Meisterwerk "Die andere Heimat" lässt Edgar Reitz die Dialoge in Original Hunsrücker Mundart sprechen und setzt damit einen starken Gegenpol gegen die noch immer spürbare Scheu, sich mit der Mundart als Mensch vom (armen) Land zu verraten.

Wer selbst Mundart spricht

... kann sich auch in andere Dialekte und Sprachen hineinhören. Sicher, es gibt überall spezielle Wörter, deren Bedeutung man erfragen muss, um sie zu verstehen. Eine solche Situation kann man bereits im Nachbardorf erfahren, denn die Dörfer verfügen noch immer über einen spezifischen Wortschatz und Klang. Verständnisfragen aber sind ein wichtiger Schritt hin zur Verständigung, egal in welcher Situation.
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer habe ich im Oktober 2013 von einer Bundestagssitzung in Mundart erzählen hören. Es ging um Anerkennung einer Sondersprache, und die beteiligten Abgeordneten hatten vereinbart, jeweils in ihrer eigenen Mundart zu sprechen. Und siehe da: Es gab keine Verständnisprobleme untereinander, doch auffallend war die Bereitschaft zur Verständigung ungleich größer als bei "Hochdeutsch-Debatten", obwohl in der Sache genau so kontrovers diskutiert wurde.

Ich habe nicht alles verstanden

... aber alles kapiert. So sprach mich einmal ein Mann an, nachdem ich die Weihnachtsgeschichte von Ludwig Thoma in meiner Hunsrücker Version vorgetragen hatte. Ein schöneres Kompliment hätte er mir nicht machen können.
Ich habe Texte aus dem Bairischen, Schwäbischen und Niederdeutschen übersetzt, habe Hunsrücker Mundart an etlichen Orten in "fremder Umgebung" vorgetragen und immer die Erfahrung gemacht: Die Mundarten, so verschieden sie sind, einander unverständlich sind sie darum nicht. - Wenn doch, liegt das an den Menschen, nicht an der Sprache.

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